Freitag, 22. Mai 2015

(Rezi) Jensen, Sanne Munk - Wir wollten Nichts. Wir wollten alles

Louise ist 17 und ein Einzelkind. Mit ihren Eltern verbindet sie zur Zeit nicht sehr viel. Sie besucht die Schule, hat wenige Freunde doch als sie Liam kennenlernt, ändert sich für sie alles.
Ihre anfängliche Zuneigung steigert sich in alles umfassende Liebe. Beide wissen, dass sie die Liebe ihres Lebens gefunden haben. Sie kapseln sich immer mehr von der Welt ab und leben gegen alle Konventionen und auch gegen alle Widerstände. Ein Strudel aus Verrat, Lügen und Gewalt zieht sie an unvermeidliches Ende.
Ein Ende das Eltern, Geschwister und Freunde völlig hilflos zurück lässt. Deshalb macht sich Louises Vater schwerzen Herzens und gegen den Willen seiner Frau auf die Suche nach Antworten. Doch ist er bereit, sich der Wahrheit und dessen Entdeckungen wirklich zu stellen?




Meine Meinung:
Durch den Klappentext und die Rezensionen bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Vorallem die Thematik rund um den Selbstmord von zwei Jugendlichen hat mich gereizt. Auch, dass die Geschichte aus Louises Sicht geschrieben wird, war ein Punkt, der mich überzeugt hat, das Buch zu lesen.
Am bewegensten für mich war gleich der Beginn, als Louise und Liam aus dem Fluss geborgen werden. Mit Handschellen aneinander gefesselt für die Ewigkeit. Ab da habe ich auf eine plausible Erklärung gewartet, die niemals kam. Die Beschreibung der ersten Begegnung und das langsame Annähern sind den Autoren gut gelungen, doch der Fortgang der Geschichte hat mich weitgehend kalt gelassen bzw. mich auch den Kopf schütteln lassen. Die zwei treffen total unvernünftige und zum Teil auch dumme Entscheidungen. Jedoch gibt es auch bei den "Erwachsenen" vorerst keine Person, die mal ein Machtwort spricht, denn Louise ist erst 17. Es hat mich auch gewundert, dass keiner der beiden je die Reissleine gezogen oder um Hilfe gebeten hat.
Auch sind die Eltern vor dem Tod der zwei, sehr distanziert und gefühllos.
Erst mit Fortgang der Geschichte bekommen Louises Eltern Gorm und Ulla mehr Kontur. Sie gehen unterschiedlich mit dem Verlust ihrer Tochter um. Liams Vater Ian, hat schon seine Ehefrau verloren und nun scheint er völlig am Abgrund zu stehen. Diese drei Personen stehen gegen Ende immer mehr im Mittelpunkt und damit kamen für mich dann doch noch richtige Gefühle ins Spiel.
Das Ende konnte mich dann auch nicht überzeugen. Zwar werden einige Fragen beantwortet, doch es hat mich irgendwie leer zurück gelassen.
Meine Erwartungen wurden bei weitem nicht erfüllt. Die Chance einen herausragenden Roman, über die Abgründe von jugendlichen Seelen, zu schreiben, wurde leider vertan.

Fazit:
Vielleicht bin ich zu alt, um die heutige Jugend zu verstehen. Doch nur in den Tag hinein zu leben, die Schule abzubrechen, Drogen zu nehmen und von Luft und Liebe zu leben, kann nicht der Weg sein. Ich hoffe nur, dass es wirklichen Leben für Jugendliche Ansprechpartner gibt, an die sich sich jederzeit wenden können.
 

Dennoch habe ich ein paar schöne Zitate gefunden:

Seite 30:
Wir haben keine Ahnung, wer sie gewesen ist. 

Seite 59
Er war der Typ, der all seinen Schmerz in sich hinein fraß, aufstand, den Staub von der Jacke bürstete und weiterging.

Seite 77
"Ich liebe dir", sagte er. "Und ich freue mich, dass Liam und du euch gefunden habt."

Seite 295
"Und trotzdem sitzt man mit dem Gefühl da, im ... ich weiß auch nicht ... beinahe so, als sei man im Stich gelassen worden. Wenn du verstehst, was ich meine."

Seite 312
Er fühlt sich weiß. Und dann spürt er zum ersten Mal, dass ich ihm unglaublich nahe bin, auch wenn ich nicht mehr lebe.

und zum Abschluß ein wichtiges Gedicht von Morton Nielsen. Seite 279/280

Es ist das Feuer, das in deinen Augen lacht
und sanft und kalt in meinen Händen ruht,
unser Netz des Widerstands, es wird durchglüht,
und wird zu eisig blauen Wellen in der Glut.

Die Welle treibt uns aufeinander zu.
In ihrem Schaum greifen wir nach unseren Händen.
Wir wollten nichts, als es begann.
Nun wissen beide, wo wir enden.

Wir treiben zu auf etwas, das uns hier geschieht,
und das ist kostbar, kostet Träume.
Wir warten und wir wussen es, seit wir uns trafen.
Doch allein mit Worten schafft man keine neuen Räume.

Wir lauschen. In uns verborgen brennt es.
Im Wellenschaum sind wir zusammen.
Wir treiben zu auf etwas, das uns hier geschieht:
Ein Feuer kühl wie's Meer in Flammen.



 

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