Sonntag, 21. Juni 2015

(Rezi) Satrapie, Marjane - Persepolis Eine Kindheit im Iran (Graphic Novel)

An dieser Stelle möchte ich mein gewöhnliches Schema - zuerst eine Inhaltsangabe und anschließend meine Meinung - durchbrechen und meinen Eindruck als Gesamtes schildern.





Mein regelmäßiger Lesezirkus bringt mich immer wieder dazu, aus meiner Wohlfühlzone auszubrechen. Dieses Mal war ich mit einer Graphic Novel gefordert, überhaupt nicht mein Genre.
Allerdings ist es der Sinn unserer Zusammentreffen sich über Neues auszutauschen und deshalb habe ich mich überwunden und das Buch zur Hand genommen.

Das sehr blaue Cover fällt einem sofort auf. Das Mädchen soll natürlich die Autorin/Zeichnerin darstellen. Ein Vorwort stimmt den Leser auf das Buch ein, mit kleinem Geschichteunterricht. An dieser Stelle wäre vielleicht auf eine Zeittafel, mit den wichtigsten Jahren und Daten von Nutzen.

Die Geschichte an sich spielt hauptsächlich in Teharan rund um die Familie Satrapi. Diese entstammt aus der sehr gehobenen Mittelschicht, ist direkter Nachfahre eines Schahs und heisst die Revolution zuerst willkommen und erst im Fortlauf der Zeit, wird den Eltern klar, dass die Zeichen weiter auf Sturm deuten und deshalb wird Marjane auch nach Europa geschickt, um sie vor Gefahren zu bewahren.

Gewaltig unterstützt wird die Erzählung von den in schwarz-weiß gehaltenen Bildern. Manche Ereignisse sind ohne Worte, doch mit passenden und ergreifenden Bildern beschrieben. Manches Mal haben mich die Bemerkungen des Mädchens auch zum Lachen gebracht, wenn das auch extremer Galgenhumor ist.

Erschüttert hat mich vorallem die Vorstellung eines Krieges in meiner Heimat. Wie furchtbar muss es sich anfühlen, Fliegerbombenalarm zu hören, in einen Keller zu rennen und das Ende des Beschusses abzuwarten.
Die kulturellen Veränderungen, wie das Tragen des Kopftuches, als Frau keine eigene Meinung mehr haben zu dürfen, müssen unerträglich gewesen sein.

Es war für die Familie natürlich von Vorteil, finanziell abgesichert zu sein. So war es möglich Marjane ins Ausland zu bringen. Sie lebt heute immer noch in Frankreich. Ihre Eltern dagegen sind im Iran geblieben.
Das Buch wurde auch verfilmt und hat einige Preise gewonnen. Im Iran durfte er nur vor ausgewähltem Publikum vorgeführt werden und das auch nur zensuriert.



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Jung gebliebene 45 jährige Tirolerin wird beim Selfie von ihrem Kater Starsky bedrängt. Ich widme mich meinem Lieblingshobby dem Lesen. Büchern gilt meine Leidenschaft.

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