Freitag, 19. Mai 2017

(Rezension) Honeyman, Gail - Ich, Eleanor Oliphant



Eleanor Oliphant ist 30 Jahre alt, lebt alleine mit ihrer Topfpflanze und arbeitet seit ewigen Zeiten in der selben Firma als Debitorenbuchhalterin. Ihre Tage ähneln sich und nur die Wochenenden unterbrechen ihren Trott. Erst ein Konzertbesuch verändert ihr Leben. Damit tritt sie eine Lawine an Veränderungen los: Restaurantbesuche, neue Freunde, andere Frisur, Shoppingtouren und Make-Up, Maniküre und Pediküre. Erfahrungen, die sie bisher noch nie gemacht hat. 
Ihre Welt gerät komplett aus den Fugen, mit allen positiven wie auch negativen Folgen.



Wie hat es mir gefallen?


Gute Tage, schlechte Tage und bessere Tage durchlebt Eleanor Oliphant. 
Einsamkeit zieht sich durch ihr gesamtes Leben. Niemals gehörte sie irgendwo dazu. Bis zu ihrem 17 Lebensjahr lernte sie unzählige Pflegefamilien kennen. Das Studium erledigte sie in Rekordgeschwindigkeit, aber dieses hat sie nicht auf das richtige Leben vorbereiten können. 
Ihre Arbeit erledigt sie gewissenhaft, aber mit keinem ihrer Kollegen verbindet sie eine nähere Bekanntschaft geschweige denn eine Freundschaft. Ihr fehlt es komplett an sozialer Kompetenz. Dadurch ergeben sich unglaublich witzige Situationen, die mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert haben und gleichzeitig blieb mir auch das Lachen im Hals stecken. Selbstverständliche zwischenmenschliche Kontakte sind ihr völlig fremd und im Laufe der Geschichte erfährt der Leser mehr über das Schicksal der Eleanor Oliphant. 
Sie ist sehr intelligent, spricht Latein und Altgriechisch, vermag es aber nicht die Menschen zu verstehen. Ironie und Sarkasmus erkennt sie nicht. 


Die Geschichte von Eleanor hat mich berührt, sie hat mich ergriffen und sie hat mich nachdenklich gestimmt. Um nicht zu viel von der Story zu verraten, möchte ich nur kurz erklären, warum sie mich zum Nachdenken gebracht hat. Eleanors Einsamkeit wird so bildlich beschrieben, dass es mir manchmal fast die Tränen in die Augen getrieben hat. Gleichzeitig überlegte ich mir, welche Auswirkungen fehlende Familie haben kann. 


Mich hat auch der Schreibstil überzeugt. Nicht zu sentimental, aber auch nicht zu neutral. Die richtige Mischung ergibt hier eine wundervolle Geschichte, die zwar in Glasgow spielt, aber überall auf der Welt zu Hause sein könnte. 


Mein Fazit: eine ungewöhnliche Story mit leichtem Witz, einer unglaublich verletzlichen Eleanor, die mir ans Herz gewachsen ist. Die auf Grund der fehlenden sozialen Interaktion oft ins Fettnäpfchen tritt, sich dessen oft nicht bewusst ist. Es ist diese Naivität, die mich eingenommen hat. Ich werde Eleanor so schnell nicht vergessen.


Kommentare:

  1. Ich hab es schon seit einigen Tagen auf dem Reader und freue mich total darauf....ach und ich liebe dieses cover <3 <3

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  2. Hi Marie :)

    Freut mich, dass dich die Geschichte ähnlich überzeugen konnte wie mich :) Das mit den Fettnäpfchen ist schon immer ausgesprochen lustig und manchmal auch ganz leicht gesellschaftskritisch - was mir ebenfalls irre gut gefallen hat.

    Liebe Grüße!

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Jung gebliebene 45 jährige Tirolerin wird beim Selfie von ihrem Kater Starsky bedrängt. Ich widme mich meinem Lieblingshobby dem Lesen. Büchern gilt meine Leidenschaft.

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