Donnerstag, 7. Dezember 2017

Top Ten Thursday #91








gefunden bei Weltenwanderer









"Zeige deine 10 liebsten Bücher für die Weihnachtszeit"


Ausnahmsweise kann ich euch heute keine Liste bieten. Ich habe keine besonderen Bücher für die Weihnachtszeit. Ich mag diese Zeit sehr gerne und ich versuche in meinem Leben das Tempo herauszunehmen. 

Es gibt ein paar Geschichten, die ich gerne mag, aber nicht immer rund um Weihnachten lese.

Ich habe nur ein Sache, die jedes Jahr Platz findet. Ich liebe die Geschichten von Karl Heinrich Waggerl. Egal ob ich selbst lese oder mir vorlesen lasse. Vor allem eine hat es mir besonders angetan:

"Worüber das Christkind lächeln musste"




Hier gelesen von Michael Schanze, der mich seit meiner Kindheit begleitet. Ich höre ihm unwahrscheinlich gerne zu.

Hier noch der Text dazu:

Als Josef mit Maria von Nazareth her unterwegs war, um in Bethlehem anzugeben, dass er von David abstamme - was die Obrigkeit so gut wie unsereins  hätte wissen können, weil es ja längst geschrieben  stand -, um jene Zeit also kam der Engel Gabriel, heimlich noch einmal vom Himmel herab, um im Stalle nach dem Rechten zu sehen. 

Es war ja sogar für einen Erzengel in seiner Erleuchtung  schwer zu begreifen, warum es nun der  allererbärmlichste Stall sein musste, in dem der  Herr zur Welt kommen sollte, und seine Wiege  nichts weiter als eine Futterkrippe. Aber Gabriel wollte wenigstens noch den Winden gebieten, dass sie nicht so grob durch die Ritzen pfiffen, und die Wolken am Himmel sollten nicht gleich wieder in Rührung zerfließen und das Kind mit ihren Tränen überschütten, und was das Licht in der Laterne  betraf, so musste man ihm noch einmal einschärfen, nur bescheiden zu leuchten und nicht etwa zu  blenden und zu glänzen wie der Weihnachtsstern. 

Der Erzengel stöberte auch alles kleine Getier  aus dem Stall, die Ameisen und Spinnen und Mäuse,  es war nicht auszudenken, was geschehen konnte, wenn sich die Mutter Maria vielleicht vorzeitig  über eine Maus entsetzte! Nur Esel und Ochs durften bleiben. Der Esel, weil man ihn später ohnehin für die Flucht nach Ägypten brauchte, und der Ochs, weil er so riesengroß und so faul  war, dass ihn alle Heerscharen des Himmels nicht  hätten von der Stelle bringen können. 

Zuletzt verteilte Gabriel noch eine Schar Engelchen  im Stall herum auf den Dachsparren, es waren solche von der kleinen Art, die  fast nur aus Kopf und Flügeln bestehen. Sie sollten ja auch bloß still sitzen  und Acht haben und sogleich  Bescheid geben, wenn dem Kinde  in seiner nackten Armut etwas Böses  drohte. Noch ein Blick in die  Runde, dann hob der Mächtige seine  Schwingen und rauschte davon.   

Gut so. Aber nicht ganz gut, denn es saß noch ein Floh auf dem Boden der Krippe in der Streu und schlief. Dieses winzige Scheusal war dem Engel  Gabriel entgangen, versteht sich, wann hatte auch ein Erzengel je mit Flöhen zu tun! 
Als nun das Wunder geschehen war, und das  Kind lag leibhaftig auf dem Stroh, so voller Liebreiz und so rührend arm, da hielten es die Engel unterm Dach nicht mehr aus vor Entzücken, sie umschwirrten die Krippe wie ein Flug Tauben. Etliche fächelten dem Knaben balsamierte Düfte zu, und die anderen zupften und zogen das Stroh zurecht, damit ihn ja kein Hälmchen drücken oder zwicken möchte. Bei diesem Geraschel erwachte aber der Floh in der Streu. 

Es wurde ihm gleich himmelangst, weil er dachte,  es sei jemand hinter ihm her, wie gewöhnlich. Er fuhr in der Krippe herum und versuchte alle seine Künste, und schließlich, in der äußersten Not, schlüpfte er dem göttlichen Kinde ins Ohr. 

"Vergib mir!", flüsterte der Floh atemlos, "aber ich kann nicht anders, sie bringen mich um, wenn sie mich erwischen. Ich verschwinde gleich wieder, göttliche Gnaden, lass mich nur sehen, wie!" Er äugte also umher und hatte auch gleich einen Plan. "Höre zu", sagte er, "wenn ich alle Kraft zusammennehme  und wenn du still hältst, dann  könnte ich vielleicht die Glatze des heiligen Josef  erreichen, und von dort weg kriege ich das Fensterkreuz  und die Tür" ... 

"Spring nur", sagte das Jesuskind unhörbar, "ich halte still!" Und da sprang der Floh. Aber es ließ sich nicht vermeiden, dass er das  Kind ein wenig kitzelte, als er sich zurechtrückte und die Beine unter den  Bauch zog.

In diesem Augenblick rüttelte die Mutter Gottes ihren Gemahl aus dem Schlaf. "Ach, sieh doch!" sagte Maria selig, "er lächelt schon!" 

Kommentare:

  1. Dies ist ja wirklich mal ganz etwas anderes, liebe Marie.
    Das Tempo herausnehmen ist ein sehr guter Ansatz, um sich
    mal wieder auf die wichtigen Dinge im Leben zu besinnen.
    Nachdem ich meine heutige Liste zusammengestellt hatte, ist
    mir aufgefallen, dass die Bücher meist vor der Weihnachtszeit
    lese. Daher habe ich jetzt einen kleinen `Zusatz´ eingeführt.
    Liebste Grüße, Hibi

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    1. Hi Hibi,

      jeder spricht von der "stillsten" Zeit im Jahr, aber wir alle beschweren uns über den Stress, deshalb Schluß mit lustig.

      LG
      Marie

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  2. Guten Morgen Marie :)

    Ich habe heute auch keine Liste, da ich eigentlich immer genau das gleiche lese und Weihnachtsgeschichten an sich eher selten.
    Ich versuche in der Weihnachtszeit auch immer, viel Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen und mich einfach auch mal auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren ;)

    Liebe Grüße und einen schönen Donnerstag dir :D
    Andrea

    Vielleicht hast du ja Lust, mal meinen Mini-Adventskalender vorbeizuschauen, da hat sich gestern das erste Türchen geöffnet ;)

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    1. Hallo Andrea,

      schaue gerne bei dir vor ... ich liebe Adventskalender

      LG
      Marie

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  3. Guten Morgen :)

    Ich lese auch nicht unbedingt immer passende Bücher zur Weihnachtszeit, aber ein paar passende Geschichten finde ich immer nett - ansonsten lese ich auch durchaus weihnachtliche Geschichten im Sommer. Den von dir vorgestellten Text finde ich sehr schön und passend :)
    Unser Beitrag

    Noch einen schönen Tag!
    Liebe Grüße,
    Kerstin

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    1. Hallo Kerstin,

      ich finde es auch recht lustig, mal eine Weihnachtsgeschichte im Sommer zu lesen.

      LG
      Marie

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  4. Liebe Marie,
    ein schöner und besonderer Beitrag!
    LG Christine

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    1. Hallo Christine,

      vielen Dank - ich wollte euch unbedingt die Geschichte näher bringen. Ich finde sie einfach goldig.

      LG
      Marie

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  5. Das ist ja mal ein origineller Beitrag zum TTT. Eine wirklich bezaubernde Geschichte.

    Liebe Grüße,
    Mona

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    1. Liebe Mona,

      danke für das Kompliment! Ich mag diese Geschichte einfach unglaublich gerne.

      LG
      Marie

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  6. Hallo Marie

    Dein Beitrag ist gaaanz anders als meiner. :-))) Gefällt mir. Michael Schanze gehört auch zu meiner Kindheit.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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    1. Hi Gisela,

      man merkt, dass wir fast gleich alt sind ... ich singe mal "Eins, zwei oder drei. Du musst dich entscheiden. Drei Fehler sind frei. ...."

      LG
      Marie

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  7. Hallo Marie,

    oh, eine schöne Idee mal so einen Betrag zu machen. :) Die Geschichte find ich auch echt schön :)

    Liebe Grüße,
    Steffi vom Lesezauber

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    1. Hallo Steffi,

      wenn ich schon keine Liste präsentieren kann, dann doch eine süße Geschichte.

      LG
      Marie

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  8. Hallo,

    oh ja, das ist so eine schöne Geschichte! Meine ultimative Weihnachtsgeschichte ist O Henrys "Das Geschenk der Weisen" :-)

    Liebe Grüße
    Ponine
    https://nichtnocheinbeautyblog.blogspot.co.uk/2017/12/top-ten-thursday-die-besten-bucher-fur.html

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    1. Hi Ponine,

      die Geschichte wandert sofort auf meine Wunschliste.

      LG
      Marie

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Jung gebliebene 45 jährige Tirolerin wird beim Selfie von ihrem Kater Starsky bedrängt. Ich widme mich meinem Lieblingshobby dem Lesen. Büchern gilt meine Leidenschaft.

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