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Samstag, 24. Oktober 2015

(Thema des Monats) Meine persönliche Kolumne

Vielleicht liegt es an den kürzer werdenden Tagen, an der Weisheit meines Alters oder an einer Melancholie, die in uns allen steckt, ich blicke mich in meiner Umwelt und im Netz um und ich bin den Tränen nicht nur nahe, sondern ich vergieße dicke Tränen. 

Anlass für dieses Posting ist, der Tod eines 19 TAGE alten Jungen. Er wurde von seinem „Vater“ misshandelt und getötet. Die „Mutter“ hat nicht eingegriffen. Beide stehen nun vor Gericht. Das macht mich fassungslos, wütend und recht einfallsreich, was die Bestrafung dieser zwei Menschen angeht. Ich will mir nicht vorstellen, welche Hölle auf Erden dieses Baby erleben musste ohne zu begreifen, warum das so passiert. 

19 Tage, in denen ich gelebt habe, mich in meinem fast perfekten Leben wohl gefühlt habe. 
19 Tage, mit kleinen und großen Problemen oder Ärgernissen.
19 Tage, mit Erlebnissen, Freunden, Familie und Liebe.

Nun frage ich mich, wie die Menschheit so werden konnte? Oder war sie schon immer so und wir wussten es nur nicht? Gibt es einfach zuviel Information? Können wir die Nachrichtenflut überhaupt richtig verarbeiten? 

Und zum Schluss die große Frage an mich selbst: Mache ich das beste aus meinem Leben? 

Ich bin 44, habe leider keine Kinder, bin seit 20 Jahren in einer festen Partnerschaft. Ich sehe ein Glas halb voll und nicht halb leer. Ich lache gerne und viel. Meine Arbeit in einer Steuerberatungskanzlei gefällt mir. Ich kümmere mich seit 15 Jahren um meine Mama, die nach einem Schlaganfall auf Hilfe und Betreuung angewiesen ist. 
Ich bin nett zu Tieren, älteren Menschen, Kindern und allen die Hilfe brauchen. Ich engagiere mich sozial beim Roten Kreuz, spende immer wieder mal für gute Zwecke. Ich denke, dass ich eigentlich ein "guter" Mensch bin, aber verändere ich irgendetwas zum Guten? Mache ich die Welt zu einem besseren Ort? 

An Tagen wie diesen treiben mich all diese Fragen um, ohne beantwortet zu werden. 

Ich bin keine Wissenschaftlerin, Philosophin, Medizinerin oder sonst irgendwie eine besondere Person. Ich bin eine Frau, die mit beiden Beinen fest auf der Erde steht und sich nur beim Lesen von der Realität verabschiedet. 
Das tue ich weil ich mir viele Dinge zu Herzen nehme. Ich trauere um Menschen, die ich nicht kannte, wie zB um diesen 19 Tage alten Jungen. Ich fühle mit den Flüchtlingen, die zur Zeit zu aber tausenden durch Europa ziehen, um sich ein sicheres Leben aufzubauen. Ich verachte all die Menschen, die behaupten Krieg wäre kein Grund zu flüchten. Ich bin wütend auf die Politik, die außer Arbeitsgruppen und Verlautbarungen nicht viel auf die Reihe bekommt. Ich bin stolz auf all die Freiwilligen, die ihre Zeit spenden ohne Gegenleistungen zu fordern, aber sie manchmal mit einem Lächeln erhalten. 
Mein Leben gefällt mir so wie es ist. Ich liebe es gerade zu, auch die Momente wie diesen, in denen ich an mir und der Menschheit so sehr zweifle. 

Mit diesem Post eröffne ich auf meinem Blog eine neue Rubrik mit dem Thema "Thema des Monats" #themadesmonats 

Ich hoffe, dass vielleicht die eine oder andere mitmachen will. Da dieser Monat schon recht fortgeschritten ist, darf sich jeder sein eigenes Thema aussuchen. (Hinterlasst einfach einen Kommentar, dann lese ich gerne auch euer Thema des Monats.)





1 Kommentar :

  1. Dich macht deine Empathie zu einem guten Menschen. Du veränderst die Welt deiner Mama, der du bei Seite stehst. Deine Hilfsbereitschaft, deine Freundlichkeit und dein Mitgefühl machen dich zu einem guten Menschen. Vielleicht sieht es manchmal nicht so aus, aber besonders die kleinen Dinge, die du bewegst, verändern die Welt massiver als du denkst. Danke für deine Worte und diese Kolumne! ;)

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