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Samstag, 28. November 2015

(Thema des Monats) Mein persönliche Kolumne


Eigentlich hätte ich mir für meine Monatskolumne ein schöneres Thema ausgesucht, aber manchmal überholen uns die Geschehnisse. So werfe ich dieses Mal meinen Plan über Bord.


13. November 2015 ... in langer Erinnerung




Den 13. November 2015 werden wir so schnell nicht mehr vergessen. Wie auch am 11. September habe ich zuerst nicht in so großen Dimensionen gedacht. Da ich in Frankreich und auch Paris Verwandte habe, bin ich sofort online bzw. auf einen französischen TV-Sender gegangen. Minute für Minute wurden die Informationen schlimmer und die Opferzahl höher. Die Nacht war kurz und die Telefonleitung zwischen meiner Mama und ihrer Familie lief heiß. 
Gott sei Dank geht es allen gut und niemand war auch nur in der Nähe der Anschläge. Allerdings sind meine Onkel, Tanten und Cousinen aufgebracht und natürlich durcheinander. Aber meine Familie ist hart im Nehmen und gibt nicht so leicht auf. Sie werden sich nicht unterkriegen lassen. Das finde ich sehr gut. 

Gestern hat sich Frankreich offiziell von den über 130 Todesopfern verabschiedet, die meisten von ihnen zwischen 20 und 30 Jahre alt.
Menschen, die sinnlose Opfer von gewaltbereiten und extremistischen Männern geworden sind.
Menschen, die nun in ihren Familien fehlen. Deren Plätze an den gedeckten Tischen für immer leer bleiben.
Menschen, die eine Zukunft gehabt hätten.
Menschen, die Mütter, Väter, Töchter, Söhne und Freunde waren.
Ich trauere mit ihren Angehörigen auch wenn ich sie nicht kenne. Aber allein die Möglichkeit, dass es wirklich jeden hätte treffen können, macht mich sehr betroffen.

Es fällt mir nicht so leicht, wieder zur "Normalität" zurück zu kehren. Ich scheine für diese Welt einfach zu dünnhäutig zu sein.

An Tagen, wie diesen muss ich immer wieder an einen stillen Widerstandskämpfer in Sarajevo 1992 denken. Vedran Smajlovic hat 1992 im Gedenken an 22 erschossene Zivilisten an 22 Tagen an verschiedenen Plätzen Konzerte abgehalten und das obwohl er damit genau im Ziel der Heckenschützen war. Seine Geschichte und sein Mut geben mir Hoffnung und machen mich gleichzeitig so traurig. Der Ausschnitt stammt aus dem Film Welcome to Sarajevo. Das Adagio in G-Moll von Albinoni ist so ergreifend, traurig schön - dieses Musikstück drückt für mich den Schmerz und meine Gefühle am besten aus.



Ich möchte euch ein friedvolles 1. Adventwochenende wünschen. Zündet die erste Kerze am Adventskranz an und denkt an alle, die euch nicht mehr begleiten und nehmt alle, die ihr liebt in den Arm.









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