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Samstag, 16. Januar 2016

(Kurzrezi) Kucinski, Bernardo - K. oder die verschwundene Tochter

K.s Tochter ist verschwunden. Seit 10 Tagen ist sie nicht mehr bei ihrer Arbeit erschienen. Deshalb macht K. sich auf die Suche. Er fragt jeden, den er kennt. Spricht jeden an und jedes Mal, wenn er glaubt, einen Schritt weiter gekommen zu sein, lösen sich die Hinweise in Luft auf und er findet sich am Anfangspunkt wieder.




Meine Meinung:
Ich habe bereits einige Bücher über Militärdiktaturen in Südamerika gelesen. Sie waren berührend, traurig und die Machtlosigkeit, die solchen Regierungen einher geht, hat mich immer wütend gemacht. 
Ich habe mit einem ähnlichen Buch gerechnet. Doch bekommen habe ich einen Bericht ohne Emotionen und ohne Namen. Selten musste ich mich durch eine Geschichte so quälen. Der Erzählstil ist so distanziert, dass es einem Polizeibericht erinnert. 
Das war auch irgendwie der einzige Pluspunkt. Dadurch wurde die Ausweglosigkeit und Machtlosigkeit zusätzlich unterstrichen. Denn wenn in unseren Breiten ein Mensch verschwindet, wenden wir uns an die Polizei, doch bei solchen Regiemen steckt die Polizei mit den Tätern unter einer Decke. Da bekommt der Ausdruck "gegen Windmühlen" eine ganz neue Bedeutung.


Manchmal ist es echt traurig, wenn die Erwartungen überhaupt nicht erfüllt werden.


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