Social Media

Freitag, 5. Januar 2018

(Rezension) McAbbey, Lisa - Die Schmuggler-Lady



Ende des 18. Jahrhunderts treiben an den Küsten Englands Schmugglerbanden ihr Unwesen. Diese sind meist aus der Not heraus geboren, denn die Steuern vor allem auf Tee sind exorbitant. Gleichzeitig gibt es kaum mehr gute Arbeitsplätze, die ein geregeltes Einkommen sichern.

Als Lysias Vater unerwartet stirbt, steht sie gemeinsam mit ihrer Mutter, ihren zwei Schwestern und ihrer Tante vor einer ungewissen Zukunft. Das Erbe geht an einen unbekannten Cousin, der sich irgendwo in Ostindien herumtreibt. Die finanzielle Lage ist prekär und als Lysia erfährt, dass ihr Vater eine Schmugglerbande anführte, nimmt sie auch dieses Erbe an.

Mit Gibbs, dem Gutsverwalter, einigen anderen langgedienten Leuten und dem Neuling Jack geht Lysia das Risiko ein, um so ein Haus in London zu kaufen und ihren zwei Schwestern eine Saison zu finanzieren.

Immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen, in denen der Stallknecht Jack ihr zur Hilfe kommt. Nicht nur einmal kann er großes Unglück abwehren. Lysia ist nicht nur von seiner ruhigen Art beeindruckt. Er weckt auch ein Kribbeln in ihr, diese Gefühle darf sie jedoch nicht zu lassen, denn der Standesunterschied ist einfach zu groß. Auch wenn sie ständig von ihm träumt, könnte sie diesen Skandal ihrer Familie nicht zumuten.


"Die Schmuggler-Lady" von Lisa McAbbey

Verlag: Bastei Lübbe 
Seitenanzahl: 300 Seiten
Erscheinungsdatum: Oktober 2017



Wie hat es mir gefallen?


Nachdem mir schon „Der Spion mit dem Strumpfband“ so gut gefallen hat, war ich natürlich neugierig auf das neue Buch von Lisa McAbbey. Vielen Dank, dass ich bei der Leserunde auf Lovelybooks ein Rezensionsexemplar gewonnen habe und mitmachen durfte. 

Vor allem auf die weibliche Hauptfigur, denn am Ende des 18. Jahrhunderts in England war das Leben für Frauen nicht einfach. So auch in dieser Geschichte!

Lysia ist die älteste Tochter und war die Vertraute ihres Vaters. Nach seinem Tod erfährt sie die ganze schlimme Wahrheit: kein großes Erbe und auch noch eine Schmugglerbande am Hals. Sie nimmt die Herausforderung an, was bleibt ihr anderes übrig. Ihre Familie ahnt nicht, dass es an Geld mangelt und so schlüpft Lysia in eine völlig neue Rolle. Kein einfacher Ballanceakt wie sich herausstellt. Anstand und Sitte muss sie ständig wahren, ihre Mutter versucht sie ständig an den Mann zu bringen und gleichzeitig fühlt sie sich zu Jack dem Stallknecht hingezogen. Eine Verbindung, die einen Skandal herauf beschwören würde. Sie ist mutig genug, um den Schmuggel weiterzuführen, auch wenn sie sich der Gefahren sehr bewusst ist.

Lysia ist eine selbständige Frau, die sich leider ständig den Zwängen der Gesellschaft beugen muss. Ihre Wünsche und Sehnsüchte bleiben dabei leider oft auf der Strecke, aber sie verzweifelt nicht und versucht stets das Beste aus ihrer Situation zu machen. Ihre freundliche und liebenswerte Art hat mich sofort für sie eingenommen. 

Eindeutig Punkte gesammelt haben die Mitglieder der Bande. Sie sind Lysia gegenüber total loyal. Natürlich ist der Verwalter Gibbs ein wichtiger Verbündeter, aber sie würden für die junge Frau sterben. Sie bilden eine Einheit, die gemeinsam durch dick und dünn gehen.

Jack nimmt einen speziellen Platz ein. Nicht nur sein gutes Aussehen sondern auch seine besonnene Art übt auf Lysia einen verbotenen Reiz aus. 

Einzig Lysias Mutter fand ich ein wenig seltsam. Ihre Beweggründe konnte ich nicht immer nachvollziehen oder ließen sich für mich nicht wirklich erklären. 

Neben den interessanten Figuren spielen auch die historischen Ereignisse eine wichtige Rolle. Dabei hatte ich das Gefühl, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat, denn die Schmugglerei finanzierte vielen das tägliche Brot. Die unglaublich hohen Steuern auf viele Güter, trieben die Menschen zu diesem Schritt. Zusätzlich gibt die Autorin einen kleinen Einblick in die Politik dieser Zeit und das fand ich ungemein interessant. 

Wieder ein gelungenes Buch, das mich ausgezeichnet unterhalten hat. Ich freue mich auf Nachschub!


Über die Autorin:

Lisa McAbbey, geboren 1970, hat nach dem Studium in Wien und vor dem Sprung ins Berufsleben einen sechsmonatigen Aufenthalt in London eingeschoben, um ihre Sehnsucht nach der "Insel" ausgiebig zu stillen. Seitdem ist sie zu einem eingeschworenen Großbritannien-Fan geworden.
Lisa McAbbey ist für einen internationalen Konzern tätig, ihre Freizeit verbringt sie mit Schreiben und dem Versuch, ihrem Hund Manieren beizubringen.

Lisas erstes Buch, der historische Roman "Reise nach Edinburgh", wurde im September 2014 veröffentlicht (Forever / Ullstein Buchverlag). Das zweite Werk, "Die Eroberung des Normannen", ebenfalls ein historischer Roman, erschien im Juni 2016 bei Bastei Entertainment, wo auch "Der Spion mit dem Strumpfband" (Februar 2017) und "Die Schmugglerlady" (Oktober 2017) verlegt wurden. (Quelle: Amazon)

Weitere Bücher der Autorin:

"Die Eroberung des Normannen"



Werbung

Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:

Gewinnspiel: Lovelybooks

Ich bedanke mich beim Verlag, der mir auf meinen Wunsch hin ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Dies hat meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst.






Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Für die erforderliche Zuordnung des Kommentars wird man personenbezogene Daten speichern, nämlich Name, E-Mail und IP-Adresse. Durch Absenden des Kommentars erklärt der User sich hiermit einverstanden.