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Freitag, 9. Februar 2018

(Rezension) Izquierdo, Andreas - Fräulein Hedy träumt vom Fliegen



Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert.


Die schlüpfrigen, eindeutigen Antworten würdigt Fräulein Hedy keines Blickes oder Kommentars, denn eigentlich hat sie bereits eine Entscheidung gefällt. Ihr Physiotherapeut Jan soll ihr Chauffeur werden und sie zum Strand begleiten. 

Sie rechnet jedoch gar nicht damit, dass Jan gar keinen Führerschein besitzt. Auf Grund seiner Legasthenie konnte er keinen Führerscheinkurs belegen. 


Fräulein Hedy denkt nicht daran aufzugeben. Sie bietet Jan ein Stipendium in ihrer Stiftung für begabte Kinder an. Sie finanziert einen Lese- und Schreibkurs für Jan und treibt ihn in privaten Übungsstunden zur Verzweiflung. 


Zwischen all den Übungen und den Therapiestunden erzählt Fräulein Hedy ihre Geschichte, die mit der wundervollen Liebe zwischen ihren Eltern beginnt in Berlin der 20er Jahre beginnt und dem Schicksal der Familie von Pyritz im Weltkrieg folgt. Die Nachkriegsjahre sind voller Mühe aber schließlich erkennt Hedy ihren Weg.


"Fräulein Hedy träumt vom Fliegen" von Andreas Izquierdo


Verlag: Insel
Seitenanzahl: 524 Seiten
Erscheinungsdatum: Jänner 2018



Wie hat es mir gefallen?




Vielen Dank an Lovelybooks und den Verlag für das Leseexemplar. Ich bin zufällig über dieses Buch gestolpert, denn von Andreas Izquierdo habe ich bereits „Club der Traumtänzer“ bei mir und ich hatte irgendwie ein gutes Gefühl beim Klappentext zu „Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“. 



TIMBUKTU 

Hat für Fräulein Hedy eine ganz besondere Bedeutung. Ein Schlachtruf, den sie mitten in der Nacht von ihrem Balkon über den Ort laut hinausschreit. Dieser Moment erscheint als Startschuss für einen neuen Abschnitt im Leben der 88jährigen. Ein Weckruf, dem eine einzigartige Anzeige in der Zeitung folgt. Fräulein Hedy von Pyritz leitet eine Stiftung für hochbegabte Kinder. Ihr Ruf eilt ihr voraus und kaum einer widerspricht ihr. Ihre Entscheidungen werden nicht in Frage gestellt, aber die Fassade bröckelt. 


Jan - ihr Physiotherapeut, erweckt eine neue Seite in Hedy. Sie möchte das Beste aus dem jungen Mann herauslocken. Trotz seiner Legasthenie hat er die schwere Prüfung zum Therapeuten geschafft. Jan stellt eine richtige Herausforderung dar, denn sein Selbstbewusstsein muss erst aufgebaut werden und dies ist gar nicht so einfach, denn seine Kindheit hat ihn sehr geprägt. 


Die Geschichte rund um Hedy und Jan wird durch emotionale Rückblicke ergänzt. Der Autor lässt uns einen Blick ins Berlin der 20er Jahre werfen. Eine Stadt, die ihrem Ruf gerecht wurde und die Menschen nach dem 1. Weltkrieg eine neue Freiheit schenkte. 

Der Ausbruch des 2. Weltkriegs bringt auch Hedys Welt komplett ins Wanken. Ihr Heimatort verändert sich unter dem Einfluss der Nazis, denn außergewöhnliche Menschen sind nicht sehr erwünscht und Widerspruch gegen die Parteimeinung ist natürlich auch nicht erwünscht. 

Deutschlands Aufschwung in den 50er Jahren erlebt Hedy hautnah mit. Diese Zeit wird wegweisend für ihr Leben und ihre Stiftung. 


Doch damit ist noch alles nicht erwähnt, jedoch möchte ich niemanden zu viel verraten, denn das Buch wartet mit einer rundherum gelungenen Story auf, die emotional und mit viel Gefühl erzählt wird. 

Sehr bildlich entführte mich Andreas Izquierdo in die Vergangenheit, lässt Menschen entstehen, mit denen ich gelacht und gelitten habe. Manches Schicksal hat mich zum Taschentuch greifen lassen oder auch mal wütend aufstampfen. 

„Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“ punktet mit einer skurrilen weiblichen Hauptfigur, die der Leser ganz genau kennenlernen darf. Ihr fortgeschrittenes Alter erlaubt ihr allerlei Schrullen, die sie extra sympathisch machen. Ihre Hartnäckigkeit, Jan zu unterrichten, scheint manches Mal hartherzig zu sein, aber Jan dankt es ihr mit einer phänomenalen Entwicklung, die seines gleichen sucht. 

Absolute Leseempfehlung von meiner Seite. 


Über den Autor:

ANDREAS IZQUIERDO, geb. am 09.08. 1968 in Euskirchen als Sohn eines deutschen Ingenieurs und einer spanischen Krankenschwester; aufgewachsen in Iversheim (Nord-Eifel), nach dem Abitur (1987) nach Köln gezogen, um dort mit wenig Fleiß und noch weniger Erfolg zu studieren. Dann volontiert bei einem kleinen Sportverlag und 1993 mal was als Nachwuchsjournalist gewonnen. Ich lebe als Freier Autor in Köln, bin Mitglied im Syndikat und spiele dort beim FC Criminale. (Quelle: Facebook Seite des Autors)

Weitere Bücher des Autors:

Romeo & Romy
Der Club der Traumtänzer
Das Glücksbüro
Apocalypsia


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Verlag: Lovelybooks


Ich bedanke mich beim Verlag, der mir auf meinen Wunsch hin ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Dies hat meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst.



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