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Samstag, 3. März 2018

(Rezension) Izquierdo, Andreas - Der Club der Traumtänzer



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Gabor Schöning soll ein sehr wichtiges Projekt in seiner Firma zum Ende bringen. Wenn dieses erfolgreich abgeschlossen wird, dann winkt die Partnerschaft. Damit könnten all seine Träume in Erfüllung gehen. Seine Zukunft liegt bereits klar und deutlich vor ihm: gut aussend, wohlhabend und rücksichtslos, um in seinem Beruf weiterhin zu glänzen.

Ein Autounfall, hervorgerufen durch eine recht peinliche Situation, könnte alles zunichte machen. Aber sein Glück scheint ihm hold zu sein. Denn die ältere Dame, welche Gabor angefahren hat, unterbreitet ihm einen Vorschlag, den er kaum ablehnen. Kathrin ist Rektorin in einer Schule für Kinder und Jugendlichen mit Lernbehinderung. Im Austausch zu ihrem Schweigen, muss er bis zu ihrer völligen Genesung einer kleinen Gruppe Tanzunterricht geben. Dieser Deal scheint zu einfach zu sein, um ihn abzulehnen. 

So nimmt er den Vorschlag an und erkennt zu spät, welcher Herausforderung er sich stellt.


"Der Club der Traumtänzer" vom Andreas Izquierdo

Verlag: DuMont
Seitenanzahl: 448 Seite
Erscheinungsdatum: April 2017


Wie hat es mir gefallen?


Andreas Izquierdo habe ich erst vor kurzem kennenlernen dürfen und zwar mit seinem Buch „Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“. 

„Der Club der Traumtänzer“ besteht aus 5 Teenagern, die Gabro Schöning unterrichten soll. Alle fünf besuchen eine Schule für lernschwache Kinder. 
Felix wohnt seit dem Tod seiner Eltern bei seinen Großeltern.


Jennifer ist die übergewichtige Tochter wohlhabender Eltern, die sie auf Schritt und Tritt kontrollieren. 


Vinnie lebt bei seiner Mutter und kann einfach nicht still sitzen.


Marvin ist groß und klobig, setzt sich gerne mit den Fäusten durch.


Lisa wirkt ungelenk und spricht nicht. 

Gabor ist das komplette Gegenteil. Er weiß sich zu bewegen, auszudrücken. Er ist intelligent und seine Ausbildung hat ihn zu einem erfolgreichen Unternehmensberater gemacht. Sein Ruf kaltblütig und rücksichtslos zu sein, erfüllt ihn mit Stolz. 

Zwei unterschiedliche Welten prallen hier aufeinander. Die Kinder kommen aus so unterschiedlichen Familien, aber allen ist nicht nur das Lernproblem gemeinsam sondern auch die alltäglichen Probleme. 

Als Gabor auf seine Tangokids trifft, kann er anfangs keine Verbindung zu den Kindern aufbauen. Sie stellen seine Geduld auf eine harte Probe.
Auch die Rektorin Kathrin Bendig gibt ihm ständig zu denken. Sie sieht in allen Menschen das Gute. Sie braucht ihren Optimismus auch, um sie ihrer großen Aufgabe zu stellen. Ihre Methoden fallen bei Gabor nicht immer auf fruchtbaren Boden. 

Je näher Gabor seine Schützlinge kennenlernt, desto mehr interessiert er sich für ihr Leben, ihre Familien und ihre Schicksale. Er erinnert sich immer öfter an seine eigene Kindheit und Jugend und merkt, dass diese nicht so sehr von denen der Teenager unterscheidet.

Ich denke, alle Leser/innen werden anfangs große Probleme mit der Figur des Gabor Schöning haben. Er ist eingebildet, unnahbar und nicht gerade sympathisch. Darum ist seine Entwicklung so wundervoll zu beobachten. Dabei lässt er kaum ein Fettnäpfchen aus. 

Die Geschichte spielt in einem Umfeld, das mit Vorurteile behaftet ist. Kaum jemand, der nicht direkt davon betroffen ist, weiß welche Probleme tagtäglich zu bewältigen sind. Und alle haben ihr Päckchen zu tragen. 

Wie im richtigen Leben braucht es manchmal einen frischen Wind. Jemanden, der völlig unbedarft an die Sache heran geht. Genauso empfand ich Gabor, der in eine Situation gelangt, die er nicht kontrollieren kann. 

Die Dynamik, zwischen Gabor, seinen Arbeitskollegen, der Rektorin und den Kindern entwickelt sich langsam aber stetig. 
Jeder Figur wird Raum gegeben, um seine Sichtweise zu erzählen. Lisa, Jennifer, Marvin, Vinnie und Felix geben Einblicke in ihre Vergangenheit. Viele davon schmerzhaft, aber keiner lässt sich unterkriegen. Sie beweisen Stärke und bieten dem Schicksal die Stirn. 

Eine berührende Geschichte, die mich auch ein paar Tränen kostete. Figuren, die sich entwickeln konnten und damit sehr überraschte.



Über den Autor:

ANDREAS IZQUIERDO, geb. am 09.08. 1968 in Euskirchen als Sohn eines deutschen Ingenieurs und einer spanischen Krankenschwester; aufgewachsen in Iversheim (Nord-Eifel), nach dem Abitur (1987) nach Köln gezogen, um dort mit wenig Fleiß und noch weniger Erfolg zu studieren. Dann volontiert bei einem kleinen Sportverlag und 1993 mal was als Nachwuchsjournalist gewonnen. Ich lebe als Freier Autor in Köln, bin Mitglied im Syndikat und spiele dort beim FC Criminale. (Quelle: Facebook Seite des Autors)


Weitere Bücher des Autors:

Romeo & Romy
Fräulein Hedy träumt vom Fliegen
Das Glücksbüro
Apocalypsia


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