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Mittwoch, 6. Juni 2018

(Rezension) Sanders, Anne - Sommer in St. Ives




Sechs Wochen Urlaub in Cornwall klingen himmlisch. Gemeinsam mit ihren Eltern, ihrer Großmutter und ihren zwei Geschwistern Lynda und Lucas verspricht sich Lola Sommer, Sonne, Strand und Meer. 

In St. Ives angekommen, beginnt die Zeit verheißungsvoll. Ihre Unterkunft ist mondän und das Haus thront über dem Städtchen mit einem majestätischen Ausblick auf das Meer. 

Die Idylle scheint perfekt. Die Blase der Gemütlichkeit platzt, als Großmutter Elvira verkündet sich verlobt zu haben und die Hochzeit in vier Wochen stattfinden soll. Nach einem knappen Jahr Trauerzeit! Sam heißt der Glückliche und sie kennen einander seit knapp sechs Jahrzehnten. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Vor allem Samantha kämpft mit der Entscheidung ihrer Mutter. Sie glaubt, dass damit das Ansehen ihres Vater zerstört wird. 

Lola wird kurzzeitig zu Elviras Vertrauter, denn sie vermag es zwischen den Parteien zu vermitteln. Lola gewinnt kleine Einblicke in die Vergangenheit ihrer Großmutter, die ihr nicht immer gefallen. Dennoch hilft sie tatkräftig mit, die Hochzeit zu einem unvergesslichen Ereignis zu machen. Nicht uneigennützig, da sie dabei Chase Bellamy trifft. Gegen seinen Charme scheint sie machtlos zu sein. 

Die Stimmung in der Familie kippt zusehens, denn alle hängen ihren Gedanken und Spekulationen nach, ohne Antworten darauf zu bekommen. Elviras Hochzeitstraum scheint zum Scheitern verurteilt, die Streitigkeiten in der Familie eskalieren. 


"Sommer in St. Ives" von Anne Sanders

Verlag: Blanvalet
Seitenanzahl: 416 Seiten
Erscheinungsdatum: März 2017



Wie hat es mir gefallen?


Anne Sanders Schreibstil bewunderte ich bereits bei "Mein Herz ist eine Insel". In diesem Buch gefiel mir auch die weibliche Hauptfigur Lola (Isla dagegen gewann ich erst am Ende lieb).

Als bekennender Schottland Fan verirre ich mich selten nach England! Dieser Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt, die Autorin macht mir damit so richtig Lust nach Cornwall, im besonderen nach St. Ives zu fahren.
Dieses Küstenstädtchen mit den bunten Häusern, den Sandstränden, wie sie sonst nur in der Karibik zu finden sind, scheint für einen Urlaub besonders geeignet zu sein. Ich denke, ich brauche keinen Stadtplan mehr, denn ich habe das Gefühl mich durch die Beschreibungen in St. Ives aus zu kennen. Wie im Buch erwähnt, verbrachte schon Virginia Woolf hier ihre Ferien und verarbeitete dabei den Leuchtturm in einem ihrer Romane. Ihr seht also: Lesen bildet!

Im Focus steht, neben der wunderbaren Landschaft, die Familie rund um Großmutter Elvira. Ihrem Leben ist ein wichtiger Teil der Geschichte gewidmet. In ihren Kapitel erzählt sie von ihrem außergewöhnlichen Sommer in St. Ives als sie 15 Jahre alt war und ihrer unendlichen Trauer um ihren Vater. Sie berichtet von dem Drama rund um ihre Mutter und wie sie ihr Studium beginnt. Eine junge Frau, die Träume und Ziele in ihrem Leben hat. 

Das Hauptaugenmerk liegt in der Gegenwart bei Lola und dem Durcheinander wegen der Hochzeit. Sie versucht zwischen ihrer Mutter und ihrer Großmutter zu vermitteln. Beide beharren auf ihren Standpunkten ohne Zugeständnisse machen zu wollen. Abseits des Trubels verbringt sie viel Zeit mit Chase. Die zarten Bande, die sie miteinander verbinden, blühen langsam auf und Lola vertraut ihm manche ihrer Geheimnisse an. Sie befürchtet für Chase nur ein Urlaubsflirt zu sein, aber entscheidet sich den Moment zu genießen ohne an das kommende Ende zu denken. 

Erwähnen möchte ich die tollen Nebenfiguren, allen voran Lucas Lolas kleinem Bruder. Ein Teenager mit morbidem Humor, jungenhaftem Charme und immer den passenden Spruch auf den Lippen. 
Elviras Verlobter Sam, wenn auch schon über 70 mochte ich auf Anhieb. In den Rückblicken erhaschen wir Einblicke in sein Leben und seine Vergangenheit. Wir erahnen, warum Elvira so schnell Nägel mit Köpfen machen will.

Mein Fazit: 

Ein wundervoller Roman, er beginnt locker und leicht, wie die Sonnenstrahlen an einem frühen Morgen. Die Geschichte entwickelt sich weiter, bringt schwerere Themen auf, die dunklen Wolken gleichen, die ein Gewitter mit sich bringt. Dieses Buch war witzig, traurig, bewegend und hoffnungsvoll, ein rundum gelungener Sommerroman.



Über die Autorin:

Anne Sanders lebt in München und arbeitet als Autorin und Journalistin. Zu schreiben begann sie bei der Süddeutschen Zeitung. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren Roman Sommer in St. Ives dort spielen zu lassen. Dieser eroberte die Herzen der Leserinnen und war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Mein Herz ist eine Insel ist ihr zweiter Roman bei Blanvalet. (Quelle: Verlagshomepage)

Weitere Bücher der Autorin:


Sommerhaus zu Glück

Weitere Leserstimmen:

Leni von sinnessuche.de


Kommentare :

  1. Liebe Marie,
    deine Rezension ist super schön! Ich habe ja, wie du gesehen hast, auch eine Rezension zu dem Buch geschrieben und freue mich immer, wenn andere die gleiche oder eine ähnliche Meinung zu den Büchern haben, die ich mag. Dieses Buch hat mir wirklich sehr, sehr gut gefallen. Ein super Roman für den Sommer :)
    Danke auch für die Verlinkung!
    Liebe Grüße,
    Leni :)
    https://www.sinnessuche.de

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    1. Hallo Leni,

      ich bin auch immer wieder froh, Gleichgesinnte zu finden, die Bücher ähnlich toll finden, wie ich selbst.

      LG aus Tirol
      Marie

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  2. Hallo Marie
    der Roman hatte mir auch sehr gut gefallen. Nun bin ich gespannt auf das "Sommerhaus", welches ja auch in St. Ives spielt.

    Liebe Grüsse
    Anya

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    1. Hallo Anya,

      das Buch habe ich nun auch schon fertig. Ich möchte es dir ans Herz legen, echt total schön.

      LG aus Tirol
      Marie

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