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Sonntag, 7. Oktober 2018

(Rezension) Eschbach, Andreas - NSA Nationales Sicherheitsamt (Anzeige)



Deutschland 1942 im Nationalen Sicherheitsamt: hoher Besuch wird erwartet, um die Effizienz dieses noch unabhängigen Amtes zu überprüfen. Die Mitarbeiter nutzen die Komputer und Datensilos um so viele Daten wie möglich zu sammeln und auszuwerten. Die Bevölkerung ist sich nicht bewusst, wie weitreichend die Überwachung ist. Mit der Abschaffung des Bargeldes können auch alle Einkäufe nachverfolgt werden. 

Als Helene Bodenkamp nach ihrer Schulausbildung eher zufällig im NSA landet, hat sie keine Vorstellung davon, was sie erwartet. Ihre Begabung Programme zu schreiben, hat sie dorthin verschlagen. Die politische Lage interessiert sie kaum, außer dass ihr Onkel Ludwig ins Visier der Behörden geraten ist und ihre jüdische Freundin Ruth von heute auf morgen verschwunden ist. Ihre Eltern vor allem ihr Vater als Arzt arbeitet für das System. 

Eugen Lettke verfolgt die aktuelle Politik auch nicht besonders, sein Hauptaugenmerk liegt auf ihm und auf seinen Vorteilen. Im NSA fühlt er sich geschützt und macht sich fast unentbehrlich. Einen Einsatz im Krieg als Soldat möchte es sich unbedingt ersparen. 

Diese zwei Leben stehen im Fokus, einer Geschichte, die moderne Technik in die Vergangenheit integriert.



"NSA Nationales Sicherheitsamt" von Andreas Eschbach

Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 800 Seiten
Erscheinungsdatum: September 2018


Wie hat es mir gefallen?



Als die Lesejury eine Leserunde mit dem Autor Andreas Eschbach ankündigte, wollte ich unbedingt dabei sein und ich durfte. Vielen Dank für das Rezensionsexemplar! 

Ich bin ein Eschbach Fan seit ich „Das Jesus Video“ vor knapp 20 Jahren gelesen habe und warte immer voller Spannung auf ein neues Buch von ihm. 

Bereits der Klappentext und anschließend das auffällige Cover zogen mich in ihren Bann. Dieses Gedankenspiel rund um das Deutsche Reich mit all den technischen Möglichkeiten faszinierte und verängstigte mich gleicher Maßen. 

Anfangs dachte ich noch, dass es hauptsächlich um den Krieg und seine Entwicklung gehen würde. Aber mit Fortgang der Geschichte verschob sich das Augenmerk gewaltig. Der Weltkrieg spielte eine recht unwesentliche Rolle. 

Der Autor konzentriert sich auf Helene und Eugen, aber nicht nur auf ihr persönliches Schicksal sondern auch auf ihre Arbeit beim NSA. Genau diese Arbeit richtet den Blick in die Gegenwart. Ohne genauer ins Detail zu gehen, ist es genau dieser Blick, der erschreckende Bilder in mir weckte und mich über viele Dinge, die heute Gang und Gäbe sind, nachdenken zu lassen. 

Die fiktive Geschichte verwebt geschickt historische Tatsachen und Personen. Diese gelungene Kombination fesselte mich von der ersten Seite. Wie die gesammelten Daten verwendet wurden, um neue Vorgehensweisen zu testen oder zu optimieren. Dies lässt sich ohne Probleme ins Heute übertragen. Ein Kratzen an der Oberfläche, wie unsere persönlichen Informationen preisgeben und wie diese für uns oder auch gegen uns benutzt werden können. 

Andreas Eschbach hat sich meiner Meinung nach wieder selbst übertroffen. Er schreibt eine Geschichte in der Vergangenheit, um Probleme in der Gegenwart aufzuzeigen. 

Immer wieder überrascht er mich. Seine Bücher haben bei mir einen Ehrenplatz im Regal, die ich gerne weiterempfehle.




Über den Autor: 

Andreas Eschbach, geboren am 15.09.1959 in Ulm, ist verheiratet, hat einen Sohn und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. 

Er studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Von 1993 bis 1996 war er geschäftsführender Gesellschafter einer EDV-Beratungsfirma. 

Als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung "für schriftstellerisch hoch begabten Nachwuchs" schrieb er seinen ersten Roman "Die Haarteppichknüpfer", der 1995 erschien und für den er 1996 den "Literaturpreis des Science-Fiction-Clubs Deutschland" erhielt. Bekannt wurde er vor allem durch den Thriller "Das Jesus-Video" (1998), der im Jahr 1999 drei literarische Preise gewann und zum Taschenbuchbestseller wurde. ProSieben verfilmte den Roman, der erstmals im Dezember 2002 ausgestrahlt wurde und Rekordeinschaltquoten bescherte. Mit "Eine Billion Dollar", "Der Nobelpreis" und zuletzt "Ausgebrannt" stieg er endgültig in die Riege der deutschen Top-Thriller-Autoren auf. 

Nach über 25 Jahren in Stuttgart lebt Andreas Eschbach mit seiner Familie jetzt seit 2003 als freier Schriftsteller in der Bretagne. (Quelle: Lübbe)

Weitere Bücher des Autors:

Todesengel
König von Deutschland
Das Jesus Video
Der Jesus Deal
Ausgebrannt
Nobelpreis
und viele andere


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Verlag: Lübbe

Ich bedanke mich beim Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Dies hat meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst.




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