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Sonntag, 4. November 2018

(Rezension) Correa, Armando Lucas - Das Erbe der Rosenthals

Berlin 1939: Die Familie Rosenthal besteigt in der Hoffnung auf ein neues Leben in den USA die „St. Louis“. Als Juden ist ihr Leben in Deutschland in Gefahr. Ihre Wohnung und einige ihrer wertvollen Sammlerstücke müssen sie zurück lassen. Hannah lässt ihr Leben gerne zurück, denn ihr bester Freund Leo mit seinem Vater wird auch auf diesem Dampfer sein. 

Leider jedoch schlägt das Schicksal unbarmherzig zu, denn die „St. Louis“ darf nicht in den Hafen von Havanna einlaufen. Nur einige Ausgewählte dürfen in Kuba einreisen. Damit werden Familien auseinander gerissen und der Großteil der Passagiere schippert viele Tage auf dem Meer. Erst nach zähen Verhandlungen wird eine Lösung gefunden.

Hannah wartet inzwischen mit ihrer Mutter in Havanna auf die Ausreisebewilligung in die USA. 
Erst viele, viele Jahrzehnte später erzählt sie ihre Geschichte Anna und deren Mutter.



"Das Erbe der Rosenthals" von Armando Lucas Correa

Verlag: Lübbe
Seitenanzahl: 432 Seiten
Erscheinungsdatum: Dezember 2017


Wie hat es mir gefallen?


Mit diesem Buch habe ich bereits vor einigen Monaten begonnen, es dann unterbrochen. Es schien einfach nicht der richtige Zeitpunkt zu sein.

Nun jedoch konnte ich mich auf die Geschichte richtig einlassen. Anfangs hatte ich wieder einige Probleme mich in den zwei Zeitebenen zurechtzufinden. Doch mit Fortdauer der Handlung fesselte mich das Buch ungemein.

Im Mittelpunkt steht natürlich Hannah. Ihr Leben in Berlin wurde geprägt durch ihren einflussreichen Vater und ihre verletzliche Mutter. Soireen, Kunstveranstaltungen, Parties und Bildung standen für die Rosenthals an der Tagesordnung. Durch die Machtübernahme der Nazis und den damit einhergehenden Einschränkungen für die Juden, verändert sich nahezu täglich die Situation. Hannahs bester Freund Leo ist der Lichtstrahl in ihrem Leben. Seine Persönlichkeit und seine Lebensfreude waren in jeder einzelnen Zeile zu erkennen. Eine Figur, die ich ungemein lieb gewonnen habe. 

Hannah zu begleiten, lässt einen durch Höhen und Tiefen gehen. Denn sie muss unglaubliche Erfahrungen machen. Es ist kein typisches Schicksal einer Jüdin, die überlebte. Sie durchlebte keine Jahre in KZs oder Arbeitslagern, aber dennoch erschüttert ihr Lebensweg. 

Anna, die ihren Vater niemals kennenlernen durfte, da er am 11. September 2001 während der WTC Attacke in NYC starb. Er wurde in Kuba geboren und nun wurde es Zeit seine Vergangenheit und die seiner Familie zu erzählen. 

Das Buch unterscheidet sich grundlegend von anderen Büchern, die im Zweiten Weltkrieg beginnen. Es gibt keine Erlebnisse, die mit Verfolgung zusammenhängen, sondern ein Leben, das anders verlaufen ist, als ursprünglich geplant.


Über den Autor:

Armando Lucas Correa lebt in Manhattan und arbeitet dort als Herausgeber des wichtigsten Magazins der spanischen Gemeinschaft in den USA, People en Español. Zuvor arbeitete er auf Kuba als Herausgeber eines Kulturmagazins. Für seine journalistischen Arbeiten wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der National Association of Hispanic Publications und der Society of Professional Journalism. „Das Erbe der Rosenthals“ ist sein erster Roman.



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