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Sonntag, 17. März 2019

(Rezension) Winter, Claudia - Das Honigmädchen


Teenie-Töchter können extrem schwierig sein. Diese Erfahrung muss auch Camilla machen. Seit der Trennung von ihrem Mann zehrt ihre Tochter Marie an ihren Nerven. Ständig gibt sie Widerworte, überschreitet ihr gesetzte Grenzen und auch in der Schule stehen Probleme an der Tagesordnung. 

Camilla arbeitet mit ihrem Vater im Familienunternehmen und als sie dieser zu einem Lieferanten in die Provence schickt, ergreift sie die Gelegenheit beim Schopf und packt kurzentschlossen ihre Tochter ins Auto und fährt los. An einer Tankstelle trifft sie auf ihren nervigen Nachbar und dieser macht sich unersetzlich, weil er es schafft Marie vom spontanen Trip zu überzeugen und nur in seiner Begleitung will sie weiterfahren.

Das Örtchen Loursacq zu finden, stellt eine Herausforderung dar und angekommen beim Honiglieferanten Henri, müssen sie feststellen, dass das Haus fast komplett ein Raub der Flammen wurde. Im Stall müssen sie ihr Nachlager aufschlagen und gleich am nächsten Tag lernen sie das Leben auf dem Bauernhof und der Imkerei ganz genau kennen. Vor allem die Bienen ziehen Marie in ihren Bann. Schon bald begleitet sie Henri täglich zu den Stöcken. Dabei erzählt und erklärt der schrullige alte Mann vieles über die mystischen Wesen. 

Während dessen arbeitet Camilla mit den Saisonarbeitern und Einwohnern des Städtchens. Allerdings bemerkt sie schnell, dass Henri nicht bei allen sehr beliebt zu sein scheint. Sie wittert ein Geheimnis, das sie unbedingt lösen möchte, um sich nicht mit ihren eigenen Problemen näher zu beschäftigen. 



"Das Honigmädchen" von Claudia Winter

Verlag: Goldmann
Seitenanzahl: 448 Seiten
Erscheinungsdatum: März 2019



Wie hat es mir gefallen?


Wie könnte ich der Provence als Schauplatz einer Geschichte widerstehen? Noch dazu wenn sie aus der Feder von Claudia Winter stammt! 

Bereits einmal stellte die Autorin Frankreich in den Mittelpunkt eines Buches. In "Die Wolkenfischerin" brachte sie ihre Leser/innen in die Bretagne, die rau und manchmal auch unwirtlich sein kann. 

Dieses mal entführt sie uns in den Süden Frankreichs. Loursacq ist ein fiktiver Ort, der in die hügelige Landschaft eingebetet ist. Umgeben von Wäldern, Lavendelfeldern und Menschen, die herzlich aber auch misstrauisch sein können. Die Sonne scheint häufig und nährt somit das Wachstum der Pflanzen. Doch der Mistral, ein warmer aber sehr starker Wind, ringt der Gegend und den Menschen einiges ab. Dafür belohnen sie sich mit leckeren Gerichten, kreieren wundervolle Mahlzeiten und verfeinern diese mit außergewöhnlichen Gewürzen. 

All diese großartigen Aspekte finden ihren Weg in dieses Buch. Besonders die Bienen bekommen ihren eigenen Anteil an der Geschichte. Nicht nur, um qualitativ hochwertigen Honig zu produzieren, sondern um Menschen zu verzaubern. Vor allem "Das Honigmädchen" erkennt deren Macht und lernt sie zu schätzen. 

Gestrandet in dieser abgeschiedenen Gegend prallen zwei komplett unterschiedliche Welten aufeinander. Camilla, die in ihrem normalen Alltag einem strengen Zeitplan folgt, fühlt sich anfangs mit dieser lockeren Situation völlig überfordert. Sie möchte unbedingt eine bessere Beziehung zu ihrer Tochter aufbauen und dabei hilft ihr überraschender Weise ihr Nachbar, der eigene Sichtweisen einbringt. 

Dieses Buch vereint besondere Hauptfiguren und sehr gelungene Nebencharaktere mit französischer Cuisine (im Anhang findet man einige Rezepte), vielen verschiedenen Tieren, die für jede Menge witziger Momente sorgen und einer Gegend, die so schön beschrieben ist, dass meine eigenen Erinnerungen wieder sehr lebendig wurden. Besonderes Augenmerk legt die Autorin auf die zwischenmenschlichen Beziehungen. Mit viel Gefühl beschreibt sie die Entwicklungen und haucht ihren Figuren Leben, Liebe und Leidenschaft ein. 

Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Buch vorab mit den anderen WintiGirls lesen durfte. Claudia Winters "Die Wolkenfischerin" und "Aprikosenküsse" habe ich bereits mit Begeisterung gelesen. Mit ihrem Schreibstil schafft sie es Landschaften, Farben und vor allem Gerüche so genau zu beschreiben, dass es eine Freude ist, in die Geschichten einzutauchen. Noch dazu erweckt sie ihre Figuren zu sympathischen, lebensnahen Menschen, die ihr Schicksal nicht einfach so annehmen, sondern um ihr Glück kämpfen. 



Weitere Leserstimmen:

Vera von Herzensbücher
Tanja von nichtohnebuch

Über die Autorin:

Ich habe mich oft gefragt, warum es ausgerechnet das Schreiben und die Arbeit mit Texten ist, die mich mit so viel Zufriedenheit erfüllen.
Vielleicht ist es der Tatsache geschuldet, dass ich als Tochter gehörloser Eltern schon früh damit beginnen musste, meinem Vater und meiner Mutter die Welt zu erklären. Mein Vater hatte immer Sorge, ich könnte Nachteile in dieser für ihn oftmals so unverständlichen Welt der Wörter haben. So lehrte er mich früh zu lesen und zu schreiben und schenkte mir damit das Wertvollste, das er mir geben konnte: Zugang in einen Kosmos voller Geschichten.
So lange ich denken kann, bin ich süchtig nach Büchern. Und ich habe alles verschlungen, Fantasy, Abenteuer-geschichten, Krimis, Liebesromane, Science Fiction, Dramen ... Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich selbst anfing zu dichten (eine dunkle Zeit in meiner Jugend, die Ergüsse treiben mir heute die Schamesröte auf die Wangen) und Kurzgeschichten zu schreiben, die meine Deutschlehrerin zur Verzückung und wohl auch ebenso oft zur Verzweiflung brachten.
Doch es sollte über 20 Jahre dauern, bis aus Gedichten und kleinen Erzählungen ein großes, abgeschlossenes und veröffentlichungsreifes Werk wurde. Romantische Komödien haben es mir besonders angetan, weil ich in diesem Genre so schreiben kann, dass ich das Gefühl habe, dem Leser etwas Authentisches zu bieten. Diese Bücher kommen von Herzen und ich freue mich über jedes Lächeln, das ich auf die Gesichter meiner Leserinnen und Leser zaubern darf. 
Im August 2014 habe ich mit "Aprikosenküsse" meinen vierten Roman veröffentlicht, der im Frühjahr 2016 ein Zuhause im Goldmannverlag bekommen hat. Im Dezember 2016 habe ich dort mit den „Glückssternen“nachgelegt, Ende 2017 erschien "Die Wolkenfischerin".Nun wartet "Das Honigmädchen" geduldig auf März 2019, um weitere Leserherzen zu erobern. Derzeit arbeite ich an einem spannenden Romanprojekt, das zwei wundervolle Städte miteinander verknüpft: Paris und Lissabon. (Quelle: Autorenhomepage)


Weitere Bücher der Autorin:

Glückssterne (liegt noch auf meinem SuB)


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Verlag: Bloggerportal


Ich bedanke mich beim Verlag, der mir auf meinen Wunsch hin ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Dies hat meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst.



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