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Sonntag, 26. Mai 2019

(Rezension) Baldvinsson, Karin - Das Versprechen der Islandschwestern (Anzeige)

Deutschland 4 Jahre nach dem Kriegsende: Die Menschen leiden immer noch unter den Auswirkungen, sie hungern, haben kaum Arbeit und Wohnraum ist Mangelware. Zudem trauern viele noch um Angehörige.

Helga hängt ihren Träumen, rund um ihren Verlobten Karl nach, der nicht von der Front zurückkam. Nur ihre Schwester Margarete schafft es, sie aus der Reserve zu locken. Als Margarete den Entschluss fasst, für ein Jahr nach Island zu gehen, muss sie zwar unglaubliche Überzeugungsarbeit bei Helga leisten, aber am Ende betreten beide das Schiff, um eine knappe Woche lang über das Meer zu schippern, um in diesem fernen unbekannten Land, von vorne anzufangen.

Im unbekannten Island angekommen, werden sie mit dem harten Alltag konfrontiert. Margarete gewöhnt sich recht schnell ein und versucht so schnell wie möglich die Sprache zu erlernen, um Anschluss an die Nachbarn und ihre Gastgeber zu finden. Ihre Schwester Helga kämpft sehr hart, um sich zu integrieren. Sie halten zusammen, bis ein schwerwiegender Vorfall alles auf den Kopf stellt.

Knapp 70 Jahre später stellt sich Margarete ihrer Vergangenheit, indem sie mit ihrer Enkelin und ihrer Urenkelin nach Island aufbricht, um den Geburtstag ihrer Schwester zu feiern.



"Das Versprechen der Islandschwestern" von Karin Baldvinsson


Verlag: Ullstein
Seitenanzahl: 336 Seiten
Erscheinungsdatum: Mai 2019




Wie hat es mir gefallen?


Vielen Dank an die Netzwerk Agentur Bookmark für das Rezensionsexemplar. Die Autorin kenne ich bereits einige Zeit, denn unter Karin Lindberg durfte ich schon einige ihrer Geschichten lesen. Somit war klar, dass ich mir dieses Buch nicht entgehen lassen werde.

Island scheint zur Zeit in aller Munde zu sein. Egal ob im Sport, ich erinnere mich sehr gerne an die tollen Fans bei der Fußball-WM oder EM, als Reiseziel, steht auch auf meiner Must-See-Liste und natürlich in der Literatur. Dennoch muss ich verschämt zu geben, dass dies mein erstes Buch ist, das in Island spielt. 

Zusätzlich habe ich noch nie von diesen Leiharbeiterinnen aus Deutschland gehört. Diese Ausgangslage hat mich sofort angesprochen und neugierig gemacht. 
Abwechselnd werden zwei Geschichten erzählt. In der Vergangenheit beobachten wir Margarete und Helga wie sie Island erreichen, betreten und sich dort versuchen einzuleben. Im Norden der Insel wohnen meist nur Bauern ohne Komfort, wie fließendes Wasser oder Strom. Sie verbindet allerdings eine Liebe zu Land und Leuten. Ihr Leben ist hart und voller Entbehrungen. Zwar kommen Margarete und Helga aus einem zerbombten Land, aber dieses karge Leben erstaunt die zwei. 

In der Gegenwart sehen wir ein völlig verändertes Island. Modern, auf dem neuesten Stand der Technik und sehr beliebt bei Touristen. Der Gegensatz zu früher könnte nicht größer sein, nur die Menschen scheinen sich kaum verändert zu haben. Margarete kennt kaum etwas wieder. Nur schwer fassen die zwei Schwestern Vertrauen zu einander. Zu tief sind die aufgerissenen Gräben. Dazwischen stehen Pia und Leonie, deren Verhältnis zur Zeit auch sehr gestört ist. Leonie ist ein typischer Teenager und raubt ihrer Mutter Pia oft den letzten Nerv. 

Ich mag den Schreibstil der Autorin. Ihre Beschreibungen der Landschaft, des Meeres und der Menschen sind nicht langatmig oder langweilig, sondern finden immer die richtige Balance. Island unterscheidet sich heute so gewaltig von damals, dennoch spürt man beim Lesen, wie sehr die Menschen ihre Insel lieben. Sie glauben weiterhin an Elfen, Trolle und magische Wesen, dass es sogar ein Ministerium gibt. 
Besonders erwähnen möchte ich, dass das Pärchen, welches hier eine Rolle spielt, nicht Anfang zwanzig ist, sondern beide über 35 sind. Sie sind geschieden, haben ihre Erfahrungen gemacht, welche sie geprägt haben. Ich finde solche Liebesgeschichten genauso interessant, wie New Adult Stories. 



Über die Autorin: 

Karin Baldvinsson wurde 1979 in Erlenbach am Main geboren. Nach dem Abitur arbeitete sie lange als Assistentin einer Geschäftsleitung und Fremdsprachenkorrespondentin.
Während ihres mehrjährigen Aufenthalts auf Island, wo sie für ein dort ansässiges Unternehmen arbeitete, lernte sie ihre große Liebe und heutigen isländischen Ehemann kennen. Die Kultur und Sprache Islands sind ihr durch ihre Erfahrungen in Familie und Berufsleben sehr vertraut. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Nähe von Hamburg. (Quelle: Verlagshomepage)

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Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:


Verlag: Netzwerk Agentur Bookmark


Ich bedanke mich beim Verlag, der mir auf meinen Wunsch hin ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Dies hat meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst.



1 Kommentar :

  1. Hallo Marie,

    diesen Roman möchte ich auch noch lesen. Inhaltlich klingt es ja wirklich sehr interessant und deine Rezi zeigt ja, dass du auch begeistert bist.

    Bei solchen Büchern finde ich immer toll, wenn man über Dinge erfährt, von denen man bisher noch nichts wusste. Die Leiharbeiterinnen sind so ein Thema.

    Liebe Grüße und danke fürs Vorstellen,
    Barbara

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