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Samstag, 18. Mai 2019

(Rezension) Levensohn, Melanie - Zwischen uns ein ganzes Leben

Béatrice liebt ihren Beruf bei der Weltbank in Washington, nur ihren direkten Vorgesetzten kann sie nicht ausstehen. Deshalb setzt sie alles daran, um die Abteilung zu wechseln. Allerdings gerät sie unglaublich unter Druck und wird zu einer Pause gezwungen. In dieser freien Zeit weiß Béatrice nicht genau, was sie machen soll. Nur ein Zufall bringt sie zu Jacobina, einer alten schlecht gelaunten, kranken Frau. 

Jacobina, eine über 80jährige Frau, die nur zögerlich über sich selbst erzählt. Eine Episode aus ihrem Leben scheint sie seit Jahrzehnten zu verfolgen. Sie hat ihrem Vater, als er im Sterben lag, ein Versprechen gegeben, das sie bis jetzt nicht eingelöst hat. Ihr Vater hatte noch eine Tochter, die in den Wirren des 2. Weltkriegs verloren ging und sie soll Judith suchen.

Anfangs hält Béatrice die Geschichte für nicht ganz glaubwürdig, doch in Jacobinas Unterlagen finden sich Hinweise auf Judith. Béatrice beginnt zu recherchieren. Ihre ersten Anlaufstation ist das Holocaust Memorial, denn dort liegen unfassbar viele Informationen, über verschwundene oder getötete Juden. Sie trifft im Museum auf Gregoire, der ihr hilfreich zur Seite steht. Gemeinsam fördern sie Unterlagen zu Tage, die Jacobina komplett neu sind. Zusammen bohren sie weiter, um eventuell das Versprechen einlösen zu können. 


"Zwischen uns ein ganzes Leben" von Melanie Levensohn

Verlag: Fischer
Seitenanzahl: 416 Seiten
Erscheinungsdatum: August 2018



Wie hat es mir gefallen?


Wieder einmal war ich ein Cover- und Klappentextopfer. Dieses Pärchen unter dem Regenschirm, in inniger Umarmung auf einer Brücke in Paris, gefällt mir ausgezeichnet und passt auch sehr gut zur Geschichte. 

Béatrice mochte ich zu Beginn  nicht besonders. Sie war sehr unnahbar und auch ihre Partnerwahl hat mich den Kopf schütteln lassen. Erst nachdem sie Jacobina kennenlernt, wird sie menschlicher und sympathischer. Durch ihr echtes Interesse an Jacobinas Vergangenheit beginnt eine spannende Geschichte. 
Gregoire, der im Holocaust Memorial aushilft, gibt ihr Tipps, wie sie nach Judith am Besten suchen soll. Er weiß viel und ist ist ungemein sympathisch. Zwischen ihm und Béatrice stimmt die Chemie. 

Die Autorin schafft es, die Balance zwischen interessantem Recherche Roman und zartem Liebesroman zu halten. Die Figuren entwickeln sich stetig und sehr nachvollziehbar. Vor allem Béatrice reflektiert ihr bisheriges Leben, sieht Fehler, die sie gemacht hat und mit ihrem Engagement für Jacobina, bringt sie neue Energie in die alte Frau. 

Um nicht zu spoilern, gebe ich hier nur meinen kleinen Kritikpunkt kurz bekannt. Auf den letzten Seiten gibt es für mich einen Zufall zuviel. Das tut dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch. 

Ich habe das Buch gerne gelesen, war sehr interessiert, was mit Judith passiert ist, wie die Suche von statten geht. 

Somit habe ich eine weitere tolle Autorin gefunden und behalte diese auf meinem Radar. 



Über die Autorin:

Als Melanie Levensohn bei ihrer Hochzeit den Familiennamen ihres Mannes annahm, wurde sie zur Namensvetterin seiner französischen Großcousine, die in Auschwitz ermordet wurde. Deren tragische Lebensgeschichte inspirierte sie zu diesem Roman. Melanie Levensohn lebt mit ihrer Familie auf einem Weingut im kalifornischen Napa Valley.
1970 wurde sie in der Nähe von Frankfurt geboren, studierte Politikwissenschaften und Literatur in Frankreich und Chile und arbeitete später als Pressereferentin für die Weltgesundheitsorganisation in Genf und bei der Weltbank in Washington D.C..


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