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Sonntag, 19. Mai 2019

(Rezension) Navin, Rhiannon - Alles still auf einmal


Für Melissa und Jim wird der Albtraum aller Eltern wahr. In der Schule ihrer zwei Söhne dringt ein Amokläufer ein und schießt wild um sich und ihr ältester Sohn Andy stirbt im Kugelhagel. Sein jüngerer Bruder Zach überlebt, versteckt in einem Wandschrank ohne körperliche Verletzungen. 

Sein Leben und das seiner Eltern verändert sich schlagartig. Nichts ist mehr wie zuvor, der Alltag kommt völlig zum Stillstand. Zach geht auf seine ganz eigene Weise mit diesem Drama um. 



"alles still auf einmal" von Rhiannon Navin

Verlag: dtv premium
Seitenanzahl: 384 Seiten
Erscheinungsdatum: April 2019



Wie hat es mir gefallen?


Der Verlag hat die Werbung auf Facebook richtig positioniert, denn ich habe das sehr schöne einfache Cover gesehen, den Klappentext gelesen und bin fast sofort in die Buchhandlung gestürmt, um es das Buch zu besorgen.

Die Geschichte wird aus Zachs Sichtweise erzählt. Es kann gar nicht so einfach sein, einen 6jährigen ständig sprechen zu lassen, seine Gedanken in Worte zu fassen. Dennoch hat es die Autorin geschafft, in keine allzu kindliche Sprache zu verfallen. Klar und deutlich schreibt sie und verleiht Zach somit eine klare Stimme. 

Seine Reaktion auf dieses Drama erscheint mir recht realistisch und nicht zu übertrieben. Auch seine Eltern leiden natürlich unter dem Verlust ihres Sohnes. Zach versucht seinen Eltern auf gewisse Weise eine Stütze zu sein. Oft versteht er die Handlungen seiner Mutter und seines Vaters nicht und sucht sich seine eigenen Begründungen, die so kindlich naiv wie auch oft richtig sind. 

Das Feingefühl, das die Autorin hier beweist, hat mich überrascht. Sie überlässt Zach die Führung, wir lieben, leiden und fühlen mit ihm, ohne ins Kitschige abzurutschen. Der Amoklauf an sich erhält nicht sehr viel Raum, somit stehen alle Opfer im Vordergrund und erhalten die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. 

Diese Geschichte habe ich bedächtig gelesen. Die kurzen Kapitel haben das unterstützt, denn hin und wieder musste ich durchatmen, denn Zachs Ehrlichkeit ist nicht immer ganz einfach wegzustecken. Das macht seine Figur aber auch so liebenswert. Dabei glaubt er an die Liebe und an die Hoffnung, dass ihr Leben als Familie wieder möglich sein wird. 



Über die Autorin:

Rhiannon Navin, aufgewachsen in Bremen, arbeitete in verschiedenen New Yorker Werbeagenturen, bevor sie Fulltime-Mutter und Autorin wurde. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihren drei Kindern, zwei Katzen und einem Hund außerhalb von New York City. (Quelle: dtv Homepage)


Kommentare :

  1. Liebe Marie,
    eine sehr schöne Rezi, die mich nun auf das Buch aufmerksam gemacht hat! Vielen Dank. Bin schon sehr gespannt, wie die Handlung aufgebaut ist und wie das ganze so verläuft.
    GlG, monerl

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    1. Hi liebe Monerl,

      freut mich, dass ich dich neugierig gemacht habe. Ich fand die Geschichte gut strukturiert und vor allem die Sichtweise hat mich überzeugt.

      LG
      Marie

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  2. Hallo Marie,

    bislang habe ich von diesem Buch noch nichts gehört. Allein der Titel - passend zum schlichten Cover - hat aber schon meine Neugierde geweckt.
    Dann habe ich die ersten Worte deiner Rezension gelesen. Ich habe damals 19 Minuten von J. Picoult gelesen. In dieser Geschichte geht es auch um einen Amoklauf. Dieses Buch hat mich damals auch sehr berührt. Ich glaube auch, dass so ein Erlebnis für alle Beteiligten nur schwer - wenn überhaupt - zu verarbeiten ist. Ich kann gut verstehen, dass du das Buch beim Lesen ab und an beiseite legen musstest, um alles erstmal sacken zu lassen. Und ich kann sehr gut verstehen, dass dich die Geschichte bewegt hat.

    Ich danke dir für diese Buchempfehlung.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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