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Mittwoch, 18. September 2019

(Rezension) Popescu, Adriana - Goldene Zeiten im Gepäck


1956 wurden die Olympischen Sommerspiele in Sydney das erste Mal live in die ganze Welt übertragen. 

1956 gab es eine gemeinsame Mannschaft aus Ost- und Westdeutschland. 

1956 nahm Elisabeth Kaiser an den Schwimmwettkämpfen teil und überwand die ungeschriebene Grenze zwischen Kommunismus und Kapitalismus, in dem sie sich in einen rumänischen Schwimmer namens Florin verliebte und diesen lauthals unterstützte. 


2017 gibt es ein geeintes Deutschland 

2017 finden keine Olympischen Sommerspiele statt 

2017 begibt sich Elisabeth gemeinsam mit ihrer Betreuerin Karla aus dem Seniorenheim auf eine lange Reise nach Rumänien, um Florin wiederzusehen. 

2017 wird Karla von einer gewitzten Seniorin erpresst, um sie mit ihrem alten Renault ans Ziel ihrer Träume zu bringen. 


"Goldene Zeiten im Gepäck" von Adriana Popesu

Verlag: Piper
Seitenanzahl: 512 Seiten
Erscheinungsdatum: August 2019


Wie hat es mir gefallen?


Adriana Popescu gehört mit zu meinen liebsten Autorinnen. Die Art ihre Figuren zum Leben zu erwecken, finde ich großartig. 

Nun kommt mit „Goldene Zeiten im Gepäck“ ein sehr persönliches Buch auf den Markt. Eine Geschichte, die sie schon etliche Jahre begleitet und reifen musste, um richtig zur Geltung zu kommen. Ihre Familie stammt aus Rumänien, lebt zum Teil noch dort und sie hat persönliche Erinnerungen in die Handlung einfließen lassen, um ihr noch mehr Lebensgefühl einzuhauchen. 

Wir begleiten Elli und Karla auf ihrem Roadtrip. Die zwei trennen nicht nur etliche Jahre, sondern auch ihre Einstellung zum Leben. 

Karla arbeitet als Pflegehelferin in einer Seniorenresidenz und steckt dort ziemlich fest. Seit knapp zwei Jahren hängt sie vergangenen Träumen hinterher und trifft für ihre Zukunft keine Entscheidungen. Sie scheint erstarrt zu sein, ohne Ausblick auf Veränderung. 

Elisabeth bewohnt noch nicht sehr lange die "Schattige Pinie". Nach dem überraschenden Tod ihres Ehemannes fand sie sich kurzzeitig nicht zurecht, deshalb steht ihr eine weitere Übersiedlung in eine „strengeres“ Heim bevor. Das will sie so nicht hinnehmen und ersinnt einen geschickten Plan, indem sie kurzerhand Karla erpresst. 

In Rückblicken erzählt Elisabeth von ihren Erfahrungen während der Olympischen Spiele in Sydney. Über die aufgeheizte Stimmung zwischen Ost und West, welche Freundschaften sie geschlossen hat und an welchen Schwimmwettbewerben sie teilgenommen hat. Warum sie Florin lieben lernte und auch warum sie ihn nun 60 Jahre später sucht. 

Jeder Kilometer der Fahrt hat seinen Reiz, bringt Elli und Karla einander näher. Geheimnisse werden erzählt, Situationen eingeschätzt und beurteilt. Manche traurige Wahrheit ausgesprochen. 


Bis zur allerletzten Seite bleibt es interessant, die großen Fragen werden beantwortet. Oftmals musste ich lachen oder auch mal traurig aufseufzen. Es ist eine Geschichte, die von Freundschaft, Liebe, Leidenschaft, Loyalität und Trauer erzählt. Wie das Leben einfach ist!



Über die Autorin:

1980 in München geboren, arbeitete als Drehbuchautorin für das Deutsche Fernsehen, bevor sie als freie Redakteurin für verschiedene Zeitschriften und schließlich als Autorin für mehrere renommierte Buchverlage Romane schrieb. Sie lebt mit großer Begeisterung in Stuttgart. Über „Goldene Zeiten im Gepäck“ sagt sie: »Mein Herzensprojekt und ein Ende, bei dem ich geweint habe. Wer da übrigens nicht weint, hat sich ein Betonherz gießen lassen! Dazwischen muss man aber, wie ich hoffe, ganz viel und herzhaft lachen.« (Quelle: Amazon)

Weitere Bücher der Autorin:

Mein Sommer auf dem Mond
Morgen irgendwo am Meer


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