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Montag, 30. Dezember 2019

(Rezension) Dziuk, Artur - Das Ting


Linus arbeitet seit langer Zeit an einer ganz speziellen App "Das Ting" genannt. Da der Erfolg ausbleibt, sieht er sich gezwungen, einen normalen Job anzunehmen, um so seine Freundin zufrieden zu stellen. 

Einem Zufall ist es zu verdanken, dass Linus schließlich Unterstützung bekommt. Eine junge Frau für die Weiterentwicklung der Technik, einen Geschäftsführer als Aushängeschild und einen Marketingprofi. Gemeinsam gründen sie ein Start-Up um "Das Ting" erfolgreich zu machen.

Die App soll als "Navigationssystem fürs Leben" dienen. Sie soll wichtige Entscheidungen übernehmen, somit das Beste aus dem User herausholen. Im Hintergrund wirkt sie subtil und unaufdringlich. Es werden wichtige Parameter gemessen, somit auch auf Gesundheit und Lebensführung Einfluss nehmen.

Gemeinsam suchen sie Geldgeber, die die Entwicklung und das Produkt unterstützen, um den Markt im Sturm zu erobern.


"Das Ting" von Artur Dziuk

Verlag: dtv Bold
Seitenanzahl: 464 Seiten
Erscheinungsdatum: September 2019



Wie hat es mir gefallen?


Das Cover hat mich an "Der Store" von Rob Hart erinnert und nachdem ich den Klappentext gelesen habe, kam es einfach so mit nach Hause. (Beide Bücher sind edel in Leinen gehüllt und somit sehr hochwertig gearbeitet.)

Alle vier Gründer erzählen, in den drei Teilen des Buches, ihre Sichtweise. Damit erhält der Leser Zugang zu den Figuren und kann ihre Gründe sehr gut nachvollziehen. 

Ich gehöre ja schon einer älteren Generation an und kann damit mit Start-Ups und vor allem, wie sie gegründet werden und betreut werden, recht wenig anfangen. Hier bekomme ich einen kleinen Einblick, in diese Szene. 

Die vier Hauptfiguren erleben "Das Ting" sehr unterschiedlich. Jeder hat eigene Erwartungen, die erfüllt werden oder auch nicht. Der Leser bildet sich natürlich auch seine Meinung.

Die Grundidee regt zum Nachdenken an. Alexa, Siri und ähnliche Dienste gehören zu unserem Leben dazu. Was Handies genau können, ob sie nun mithören oder sogar Bilder übertragen, wage ich gar nicht genau zu hinterfragen. Eine solche App, wie "Das Ting" wäre im Grunde genommen, nur die logische Fortsetzung. Ein Mittel um sich selbst zu verbessern, seine Gesundheit genau im Blick zu behalten, jedoch bleibt auch hier offen, wie diese Daten benutzt werden können. Wie schützt man diese Informationen?

Genau diese Fragen standen für mich am Ende im Raum. Diese kreisen auch heute noch, etliche Tage nach dem Beenden des Buches in meinem Kopf herum. Die schillernde Oberfläche eines Programms, die aber je nach Blickwinkel trüb und gefährlich wirken kann. Eine fiktive Geschichte, die unglaublich tiefe Einblicke in sich selbst geben kann.

Gut geschrieben, in drei Teile zerlegt und deshalb so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte.



Über den Autor:

Artur Dziuk wurde 1983 in Polen geboren. Nach Jugend und Studium in Berlin, machte er den Master of Arts im Literarischen Schreiben an der Universität Hildesheim. Er war Herausgeber der Zeitschrift für junge Literatur Bella triste, gehörte zur Künstlerischen Leitung des Festivals für junge Literatur Prosanova und hatte einen Lehrauftrag an der Universität Hildesheim am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft inne. Er erhielt verschiedene Stipendien und veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien. "Das Ting" ist sein erster Roman. Artur Dziuk lebt und schreibt in Hamburg. (Quelle: Amazon)

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