Social Media

Donnerstag, 25. März 2021

(Rezension) Haig, Matt - Die Mitternachtsbibliothek

 


Verlag: Droemer

Seitenanzahl: 320 Seiten

Erscheinungsdatum: Februar 2021

Hier geht's zum Buchkauf


Klappentext:

Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?Matt Haig ist ein zauberhafter Roman darüber gelungen, dass uns all die Entscheidungen, die wir bereuen, doch erst zu dem Menschen machen, der wir sind. Eine Hymne auf das Leben - auch auf das, das zwickt, das uns verzweifeln lässt und das doch das einzige ist, das zu uns gehört.



Mein Eindruck:
Nach einen Selbstmordversuch landet Nora in einer Zwischenwelt der besonderen Art. In der Mitternachtsbibliothek ist es immer 0:00:00 und auf den unendlich langen Regalen stehen unzählige Bücher. Bücher mit Lebensgeschichten, den verpassten Chancen, den entscheidenden Momenten und all den versäumten Möglichkeiten.
Dort trifft sie auf Mrs. Elm, die ehemalige Bibliothekarin ihrer Schule. Mrs. Elm zeigt ihr auch "Das Buch des Bereuens" mit all den besonderen Augenblicken, die Nora jetzt als verpasste oder gar versäumte Momente identifiziert.
Mrs. Elm gibt ihr die Chance andere Leben "anzuprobieren". Nora kann in alternative Leben schlüpfen, um zu sehen und auch zu fühlen, wie sich diese anfühlen.

Matt Haig gehört für mich seit "Wie man die Zeit anhält" zu den großen denkwürdigen Autoren. Seine Sicht auf die Zeit im Allgemeinen hat mich damals schon beeindruckt. Mit seinem neuen Buch "Die Mitternachtsbibliothek" zeigt er wieder ein Gespür für Menschen in seelischer Not. Denn Nora Seeds will ihrem Leben ein Ende setzen. Sie schluckt Tabletten und findet sich in ihrer persönlichen Bibliothek wieder. Ihre oftmals schmerzliche Wanderung zwischen den verschiedenen Leben entspricht fast einer langjährigen Therapie. Sitzung für Sitzung analysiert man Entscheidungen, bereut manche. Doch welche waren für den Lebensweg so entscheidend, dass Nora ihr Leben beenden möchte.
Da Matt Haig selbst unter Depressionen leidet und mit dieser Erkrankung sehr offensiv um geht, kann ich diesem Buch weit mehr als nur eine kleine nette Geschichte entnehmen. Sie zeigt, wie entsetzlich das Leiden von Menschen mit Depression ist, welche Leidensfähigkeit jede Person jedoch hat und wenn der Moment der finalen, endgültigen Entscheidung gekommen ist, braucht es Mut nochmals einen Schritt weiterzugehen, um um Hilfe zu bitten.
Matt Haig streut gekonnt Krümel und nicht zuletzt benennt er seine Heldin Nora Seeds (Samen), um diesen zu streuen und hoffentlich auch aufgehen zu lassen.


Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Für die erforderliche Zuordnung des Kommentars wird man personenbezogene Daten speichern, nämlich Name, E-Mail und IP-Adresse. Durch Absenden des Kommentars erklärt der User sich hiermit einverstanden.